GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Wed, 24 Feb 2021 09:17:16 +0100 Wed, 24 Feb 2021 09:17:16 +0100 TYPO3 EXT:news news-269 Thu, 18 Feb 2021 10:06:50 +0100 Rechtsextremismus und Rassismus stärker bekämpfen https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/269-rechtsextremismus-und-rassismus-staerker-bekaempfen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=59e2c38a807460e421cfb9de12ce2ad2 Bündnis gedenkt der Opfer von Hanau und fordert die Landesregierung zum Handeln auf Vor einem Jahr wurden Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin aus rassistischen Motiven ermordet. Noch immer sind viele Fragen der Hinter-bliebenen unbeantwortet, etwa zum Handeln der Sicherheitsbehörden im Vorfeld des At-tentats und in der Tatnacht. Zudem fühlen sich die Opferfamilien und andere Hanauer*in-nen vom Vater des Täters bedroht, der die rassistische Haltung seines Sohnes teilt.

Aus Anlass des ersten Jahrestages des rechtsextremistischen Terror-Anschlags von Ha-nau wiederholt ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis seine Forderung an die Lan-desregierung, allen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden ent-gegenzutreten und Bewegungen für Menschenrechte zu stärken. Denn es verfestigt sich der Eindruck, dass die Landesregierung das Ausmaß von Rechtsextremismus und Ras-sismus weiterhin unterschätzt.
Das zivilgesellschaftliche Bündnis besteht aus 13 hessenweit aktiven Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen. Es hat im September 2020 das Zehn-Punkte-Papier „Demokratie stärken, Rechtsextremismus und Rassismus bekämpfen“ veröffentlicht und den demokratischen Fraktionen im Landtag einen Austausch dazu angeboten. Darauf haben die Grünen, die SPD und die Linke mit Gesprächseinladungen reagiert. Mit diesen drei Fraktionen haben sich Vertreter*innen des Bündnisses inzwischen online getroffen.

In seinem Zehn-Punkte-Papier fordert das Bündnis unter anderem, dass rechtsextreme Gruppen und Netzwerke aufgelöst und Verfassungsschutz und Polizei reformiert werden. Ein unabhängiges Expert*innengremium solle die Bekämpfung von Rassismus, Rechts-extremismus und Diskriminierung begleiten, steuern und evaluieren. Das Land solle die Repräsentanz aller gesellschaftlicher Gruppen in allen gesellschaftlichen und politischen Lebensbereichen und in leitenden Funktionen in der öffentlichen Verwaltung fördern und das Demokratiebewusstsein im öffentlichen Dienst stärken.

Weitere Forderungen sind, Anti-Rassismus und Anti-Diskriminierung gesetzlich zu verankern und eine unabhängige Beschwerdestelle für polizeiliches Fehlverhalten einzurichten.

Opfer von rechtsextremer und rassistischer Gewalt müssen unterstützt, gefährdete Einrichtungen wie Moscheen und Synagogen geschützt werden. Schulen sollen zur umfassenden Bildung und Werteorientierung für ein anti-rassistisches und solidarisches Zusammenleben in der Gesellschaft beitragen. Demokratie-Projekte müssen ausreichend und dauerhaft gefördert werden.

Die Herausgeber des Forderungspapiers sehen die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus auch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und möchte daher den Dialog mit der Landesregierung zu diesem Thema vertiefen. Herausgegeben haben das Papier die folgenden Organisationen und Gruppen: agah – Landesausländerbeirat, Aufstehen gegen Rassismus, Bildungsstätte Anne-Frank, Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hessen, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Landesverband Hessen, Hessischer Flüchtlingsrat, LAG Mädchen*politik, LandesFrauenRat Hessen, NaturFreunde Hessen, Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V., Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen, VVN-BdA – Landesvereinigung Hessen und der Zentralrat der Muslime in Deutschland –
Landesverband Hessen. Mitgezeichnet haben das Forderungspapier inzwischen mehr als 30 Organisationen und
Gruppen. Dazu gehören Vereine aus der sozialen Arbeit, dem Kultur- und Jugendbereich ebenso wie antifaschistische und antirassistische Initiativen.

Zu den Forderungen

]]>
Aktuell
news-268 Mon, 08 Feb 2021 11:18:23 +0100 Verlängerung der Regelstudienzeit und zusätzlicher Freiversuch bei Prüfungen https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/268-verlaengerung-der-regelstudienzeit-und-zusaetzlicher-freiversuch-bei-pruefungen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0e775a6bc251ee8ac0caa1be00fbb1e0 GEW Hessen: Ein wichtiger Schritt. Weitere müssen folgen! Das HMWK ist der Forderung der GEW Hessen und der Studierendenvertretungen nach einer Verlängerung der Regelstudienzeit und einem zusätzlichen Freiversuch bei Prüfungen nachgekommen ist. Dies reduziert den übermäßig hohen Druck auf Studierende.

Nathalie Schäfer, Sprecherin der Studierenden in der GEW, gibt jedoch zu bedenken: "Viele Studierende haben neben dem Leistungsdruck nach wie vor finanzielle Probleme. Sie erhalten kein BAföG und müssten neben dem Studium eigentlich arbeiten. Aufgrund von Corona fehlen jedoch sehr viele Nebenjobs. Eine Verlängerung und Erweiterung der Hilfen auf Bun-desebene ist dringend geboten. Das Land Hessen kann sich dafür stark machen."

Für einen guten Studienerfolg aller Studiengruppen ist aus Sicht der GEW ein weiterer Schritt erforderlich. "Die Freiversuchsregelung gilt bisher nicht für das erste Staatsexamen, hierfür ist das Kultusministerium zuständig. Im Sinne einer einheitlichen wie auch gleichgerichteten Politik, die keine Studierendengruppen benachteiligt, muss auch hier ein zusätzlicher Freiversuch eingeführt werden", fordert Kyra Beninga, die an der Goethe-Universität Frankfurt Lehramt studiert und sich bei der GEW engagiert.

Bei den Beschäftigten an den Hochschulen sieht die GEW noch besonderen Nachholbedarf. "Uns erreichen Nachrichten, dass die Verlängerung von befristeten Verträgen von wissenschaftlichen Mitarbeitern für das Wintersemester nicht gewährt wird. Das Land und die Hochschulen müssen für eine möglichst einfache und einheitliche Lösung sorgen. Rechtlich ist das möglich, es muss aber das Geld dafür bereitgestellt werden", sagt Tobias Cepok, Referent für Hochschule und Forschung der GEW Hessen.

]]>
Aktuell
news-267 Mon, 08 Feb 2021 11:16:41 +0100 Kein weiter so in den Kitas https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/267-kein-weiter-so-in-den-kitas/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9bb4460d774c8cf90e35cb3989525287 Endlich geregelten Notbetrieb in den Kindertagesstätten einführen. Gesundheitsschutz von Erzieherinnen und Erziehern ernst nehmen! Pressemitteilung 5. Februar 2020 Das HMWK ist der Forderung der GEW Hessen und der Studierendenvertretungen nach einer Verlängerung der Regelstudienzeit und einem zusätzlichen Freiversuch bei Prüfungen nachgekommen ist. Dies reduziert den übermäßig hohen Druck auf Studierende.

Nathalie Schäfer, Sprecherin der Studierenden in der GEW, gibt jedoch zu bedenken: "Viele Studierende haben neben dem Leistungsdruck nach wie vor finanzielle Probleme. Sie erhalten kein BAföG und müssten neben dem Studium eigentlich arbeiten. Aufgrund von Corona fehlen jedoch sehr viele Nebenjobs. Eine Verlängerung und Erweiterung der Hilfen auf Bun-desebene ist dringend geboten. Das Land Hessen kann sich dafür stark machen."

Für einen guten Studienerfolg aller Studiengruppen ist aus Sicht der GEW ein weiterer Schritt erforderlich. "Die Freiversuchsregelung gilt bisher nicht für das erste Staatsexamen, hierfür ist das Kultusministerium zuständig. Im Sinne einer einheitlichen wie auch gleichgerichteten Politik, die keine Studierendengruppen benachteiligt, muss auch hier ein zusätzlicher Freiversuch eingeführt werden", fordert Kyra Beninga, die an der Goethe-Universität Frankfurt Lehramt studiert und sich bei der GEW engagiert.

Bei den Beschäftigten an den Hochschulen sieht die GEW noch besonderen Nachholbedarf. "Uns erreichen Nachrichten, dass die Verlängerung von befristeten Verträgen von wissenschaftlichen Mitarbeitern für das Wintersemester nicht gewährt wird. Das Land und die Hochschulen müssen für eine möglichst einfache und einheitliche Lösung sorgen. Rechtlich ist das möglich, es muss aber das Geld dafür bereitgestellt werden", sagt Tobias Cepok, Referent für Hochschule und Forschung der GEW Hessen.

]]>
Aktuell
news-266 Mon, 01 Feb 2021 09:29:55 +0100 GEW Hessen fordert weiterhin: Berufsverbotspraxis aufarbeiten https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/266-gew-hessen-fordert-weiterhin-berufsverbotspraxis-aufarbeiten/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=1dfbf0c469de39a195094a9f09393736 Die Betroffenen vor dem 50-jährigen Jahrestag rehabilitieren und entschädigen Pressemitteilung 28. Januar 2021 Am heutigen 28. Januar 2021 beginnt das fünfzigste Jahr nach der Verabschiedung des sogenannten Radikalenerlasses durch die Ministerpräsidenten der Länder unter Vorsitz von Bundeskanzler Willy Brandt. Zahllose Menschen wurden mit der Unterstellung, dass sie nicht die Gewähr bieten würden, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten, aus dem öffentlichen Dienst entlassen oder gar nicht erst eingestellt. Ihre Berufsausbildung wurde massiv entwertet bis hin zu wertlos gemacht, ihnen wurde die materielle Existenzgrundlage entzogen.

Damit wurde auch ein Klima der politischen Einschüchterung geschaffen, mit dem die Menschen davon abgehalten werden sollten, sich in der außerparlamentarischen Linken, bei antifaschistischen und antirassistischen Organisationen oder anderen demokratischen Projekten zu engagieren.

Die Internationale Arbeitsorganisation der UNO hat seit 1987 festgestellt, dass Berufsverbote im Widerspruch zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und den Kernnormen des internationalen Arbeitsrechts stehen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte 1995 die Praxis der Berufsverbote. Selbst Willy Brandt hat den Radikalenerlass später als „größten Irrtum“ bezeichnet.

Dennoch wurde dieser Teil unserer – auch hessischen Geschichte – bis heute nicht substantiell aufgearbeitet, wurden die Betroffenen bis heute nicht für das an ihnen begangene Unrecht entschädigt.

Die Vorsitzende der GEW Hessen, Maike Wiedwald, betonte: „Es wird höchste Zeit, dies noch vor dem 50-jährigen Jahrestag in Angriff zu nehmen. Deshalb wird die hessische GEW nicht nachlassen, von der Landesregierung und dem Landtag eine öffentliche Aufarbeitung der Folgen der Berufsverbotspraxis auf die demokratische Kultur in Hessen zu fordern. Wir erwarten dabei auch weiterhin die Rehabilitierung und finanzielle Entschädigung der vom Berufsverbot Betroffenen.“

Die GEW Hessen wird in diesem Zusammenhang den Aufruf „1972 – 2022: 50 Jahre Berufsverbote – Demokratische Grundrechte verteidigen“ unterstützen.

AUFRUF

1972 – 2022: 50 Jahre Berufsverbote | Demokratische Grundrechte verteidigen!

Im Jahr 1969 versprach Bundeskanzler Willy Brandt: „Mehr Demokratie wagen“. Im Widerspruch dazu verabschiedeten die Ministerpräsidenten der Länder unter Vorsitz von Willy Brandt am 28. Januar 1972 den „Extremistenbeschluss“ oder sogenannten Radikalenerlass. In den folgenden Jahren wurden ca. 3,5 Millionen Bewerber*innen für Berufe im öffentlichen
Dienst überprüft. Der Verfassungsschutz erhielt den Auftrag zu entscheiden, wer als „Radikaler“, als „Extremist“ oder als „Verfassungsfeind“ zu gelten hatte. Personen, die „nicht die Gewähr bieten, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten“, wurden aus dem öffentlichen Dienst entfernt oder gar nicht erst eingestellt.

Die Überprüfungen führten bundesweit zu etwa 11.000 Berufsverbotsverfahren, 2.200 Disziplinarverfahren, 1.256 Ablehnungen von Bewerbungen und 265 Entlassungen. Betroffen waren Kommunist* innen, andere Linke bis hin zu SPD-nahen Studierendenverbänden, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes VVN-BdA und Gewerkschafter*innen. In Bayern traf es auch Sozialdemokrat* innen und in der Friedensbewegung engagierte Menschen. Das schüchterte viele ein ...

Es ist an der Zeit, den „Radikalenerlass“ generell und bundesweit offiziell aufzuheben, alle Betroffenen voll umfänglich zu rehabilitieren und zu entschädigen,

die Folgen der Berufsverbote und ihre Auswirkungen auf die demokratische Kultur wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Aufruf gesamt

Sie möchten den Aufruf unterstützen?

Bitte schreiben Sie eine kurze E-Mail mit Betreff "Berufsverbotspraxis aufarbeiten"  an Klaus Lipps, Bundesarbeitsausschuss der Initiativen gegen die Berufsverbote.

k.lipps@posteo.de

]]>
Aktuell
news-265 Mon, 25 Jan 2021 14:46:06 +0100 GEW Hessen fordert Planungssicherheit https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/265-gew-hessen-fordert-planungssicherheit/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=a88b3fbccd6491f2e796f704aa264ba2 Pressemitteilung 22. Januar 2021 Kultusminister Lorz gab heute bekannt, dass die Klassen 1 bis 6 ab dem 14. Februar im Wechselmodell unterrichtet werden sollen. „Möglichst früh im März“ sollen sie dann in den „eingeschränkten Regelunterricht“ mit voller Präsenz zurückkehren. Für die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7, die derzeit auf Distanz unterrichtet werden, soll der Wechselunterricht „im März“ beginnen. Der derzeit angeordnete Präsenzunterricht für die Abschlussklassen soll fortgesetzt werden.

Die GEW Hessen begrüßt die Tatsache, dass das Hessische Kultusministerium den von vielen Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern geforderten Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht im Wechselmodell jetzt endlich als geeignetes Instrument anerkennt, um Infektionsschutz und pädagogische Notwendigkeiten zu verbinden. „Nur so kann sichergestellt werden, dass sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in einem regelmäßigen Rhythmus auch in der Schule begegnen“, kommentiert die GEW-Vorsitzende Maike Wiedwald. Sie begrüßt es, dass den Schulen erstmals seit einem Jahr eine etwas längere Perspektive und die notwendige Zeit für die Vorbereitung auf ein verändertes Unterrichtsmodell gegeben wurden. Deshalb sei es jedoch „unsinnig, den Umstieg auf das Wechselmodell in den Grundschulen auf möglicherweise nur 14 Tage von Mitte Februar bis Anfang März zu begrenzen“. Die GEW fordert für die Grundschulen eine Festlegung bis zu den Osterferien. Auch die für die Grundschulen mit dem Wechselmodell notwendige Notbetreuung könne nicht kurzfristig „ein- und wieder abgeschaltet werden“.

Die GEW hatte schon vor den Weihnachtsferien die Aufhebung der Präsenzpflicht, die für die Klassen 1 bis 6 jetzt noch bis Mitte Februar gelten soll, als „perspektivlos“ kritisiert. Die Erfahrungen der ersten 14 Tage zeigen, dass die Zahl der Eltern, die ihre Kinder in die Schule schicken müssen oder wollen, steigt. An den Grundschulen dürften landesweit im Schnitt ungefähr 30 % der Schülerinnen und Schüler anwesend sein, im Rhein-Main-Gebiet oft mehr als 50 Prozent, Tendenz steigend. Der GEW liegen immer mehr Berichte über volle Klassen vor, in denen die Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden können. An den Integrierten Gesamtschulen kommen zu den Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen noch die der 9. und 10. Abschlussklassen. „So sind auch in einer sehr kritischen Phase der Pandemie an einer großen IGS 350 bis 400 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in der Schule präsent“, berichtet Maike Wiedwald. An den beruflichen Schulen sind bis zu 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler in einer Abschlussklasse und damit zur Teilnahme am Präsenzunterricht verpflichtet.

„Wir erwarten von der Landesregierung ein Konzept, wie Gesundheitsschutz und Bildung und Förderung für alle mit einer Perspektive bis zum Ende des Schuljahres verbunden werden können“, fordert Maike Wiedwald für die GEW Hessen. Das Wechselmodell mit verkleinerten Lerngruppen, in denen der Abstand eingehalten werden kann, biete die Möglichkeit, „Phasen der Einführung, Übung und Vertiefung sinnvoll auf Präsenz- und Distanzunterricht zu verteilen“, sagt Wiedwald.

Die Umstellung koste Zeit und erfordere insbesondere an den Grundschulen wegen der nicht zu bestreitenden Betreuungsnotwendigkeiten auch Geld für zusätzliches Personal und zusätzliche Räume. Die GEW fordert deshalb, dass die 150 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen „endlich eingesetzt werden, um zusätzliches Personal einzustellen, das die Lehrkräfte unterstützt.“ Die Lehrkräfte seien durch die Mehrfachbelastung aus Präsenzunterricht, Distanzunterricht und Betreuung „weit über dem Limit“ belastet. Die GEW fordert deshalb wirksame Entlastungsmöglichkeiten durch veränderte curriculare Vorgaben, durch zusätzliches Personal und kleine Lerngruppen. Von der Mehrarbeit sind die Grundschullehrkräfte besonders betroffen, die mit 28,5 Unterrichtsstunden
ohnehin die höchste Unterrichtsverpflichtung aller Lehrkräfte haben.

Ab dem Februar gilt eine Nutzung von medizinischen Masken für das Einkaufen und die Nutzung des ÖPNV. Dieser Standard muss aus Sicht der GEW dann auch für das Maskentragen im Unterricht gelten. Sie fordert deshalb, dass Schulen in großer Menge mit FFP2-Masken versorgt werden, um sie allen in der Schule Beschäftigten kostenfrei zur Verfügung zu stellen und auch für Schülerinnen und Schülern ein großes Kontingent bereit zu halten. „Gesundheitsschutz darf nicht am Geldbeutel scheitern“, sagte Maike Wiedwald abschließend.

]]>
Aktuell
news-264 Thu, 21 Jan 2021 14:20:48 +0100 Perspektiven für die Bildung schaffen https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/264-perspektiven-fuer-die-bildung-schaffen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=072c1acc6f93e57c780dc8ee55f746cd Notdienst in den Kitas, unnötige Abschlussprüfungen absagen, Wechselmodell vorbereiten Aus Sicht der GEW Hessen genügt die nun verlängerte Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse bezüglich der Bildungseinrichtungen in Hessen weder den eindeutigen Empfehlungen zur Kontaktreduzierung, noch den Anforderungen an gute Bildung unter Pandemiebedingungen. Je länger die bestehenden Regelungen andauern, desto deutlich werde das erkennbar, legte die Vorsitzende der GEW Hessen, Birgit Koch, dar: „Schon in den ersten beiden Wochen nach den Weihnachtferien waren, allen anderslautenden Empfehlungen zum Trotz, zahlreiche Kita-Gruppen und Grundschul-Klassen viel zu voll. Wir befürchten, dass die Belegung bis Mitte Februar weiter zunehmen wird. Einfach die Präsenzpflicht auszusetzen ist verantwortungslos, hier drückt sich die Landesregierung vor ihrer Verantwortung und schiebt sie auf die Eltern ab.“

Damit sich die Schulen optimal auf die angekündigte schrittweise Wiederöffnung ab Mitte Februar vorbereiten können, benötigen sie nach Auffassung der GEW schon jetzt eine klare Perspektive: „Nur im Rahmen eines Wechselmodells können wir einerseits sicherstellen, dass auch im Unterricht das Abstandsgebot eingehalten werden kann und haben andererseits regelmäßig alle Schülerinnen und Schüler vor Ort. Für den Lernerfolg ist es unerlässlich, dass alle in einem regelmäßigen Rhythmus am Präsenzunterricht teilhaben können“, erläuterte Birigit Koch. In den Kindertagesstätten sei die Einrichtung eines Notdienst mit verbindlichen Kriterien, welche den Aspekt Kinderschutz berücksichtigen, erforderlich: „Nicht zuletzt aufgrund der neu aufgetretenen Virusmutationen müssen nun auch an den Kitas besondere Gesundheitsschutzmaßnahmen veranlasst werden. Schon jetzt gehören Erzieherinnen und Erzieher zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Erkrankungsrisiko.“

Des Weiteren sollten die zentralen Abschlussprüfungen für den Haupt- und den Realschulabschluss abgesagt werden. Dazu Birgit Koch: „In der jetzigen Situation sollte alle verfügbare Unterrichtszeit genutzt werden, um durch den Lockdown entstandene fachliche Lücken zu schließen und eine Arbeits- und Lebensweltorientierung zu ermöglichen. Die Durchführung von unnötigen Abschlussprüfungen hingegen frisst erhebliche Zeitressourcen bei allen Beteiligten, die dann letztlich für echten Bildungsfortschritt fehlen. Die Endnoten beim Haut- und Realschulabschluss bestimmen sich auch bei den drei Fächern, in denen zentrale Prüfungen vorgesehen sind, zu zwei Dritteln aus der Zeugnisnote. Das heißt, dass die Prüfungsnote in den meisten Fällen von keiner oder nur sehr geringer Relevanz für die erzielte Endnote ist.“

Zum Hintergrund

Das „Corona-Kabinett“ der hessischen Landesregierung hat am 20. Januar die Umsetzung der jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse zur Fortsetzung des Lockdowns beraten. Für den Bildungsbereich bedeutet dies, dass die bereits geltenden Regelungen unverändert bis zum 14. Februar  2020 verlängert werden. Somit sind die Kindertagesstätten grundsätzlich geöffnet, es wird lediglich an die Eltern appelliert, keine Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen. Für die Klassenstufen 1 bis 6 ist die Präsenzpflicht ausgesetzt, die Eltern entscheiden, ob die Kinder den Unterricht besuchen. Für die Abschlussklassen an allen Schulformen findet verbindlicher Präsenzunterricht statt, die Gruppen werden gegebenenfalls geteilt. Insbesondere an den berufsbildenden Schulen führt diese Regelung zu vollen Schulen, da es angesichts kurzer Bildungsgänge sehr viele Abschlussklassen gibt.

]]>
Aktuell
news-263 Wed, 20 Jan 2021 10:51:01 +0100 DGB Hessen-Thüringen fordert: Perspektive auf Wechselunterricht an berufsbildenden Schulen https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/263-dgb-hessen-thueringen-fordert-perspektive-auf-wechselunterricht-an-berufsbildenden-schulen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=34c00266aa62123a609b1dfcb88d9787 Politische Anstrengungen für einen gelingenden Übergang in Ausbildung Der in Hessen – trotz hartem Lockdown – vorgesehene Präsenzunterricht für die Abschlussklassen in den berufsbildenden Schulen untergräbt die Bemühungen, die hohen Corona-Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, kritisierte Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen: „Gerade die Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen der Berufsschulen bereiten sich doch jetzt auf die Abschlussprüfungen vor. Prüfungsaufgaben lassen sich vergleichsweise gut daheim üben und Fragen können bei Bedarf auch im Distanzunterricht geklärt werden. Aus unserer Sicht ist es kontraproduktiv, einerseits über den Lockdown die privaten Kontakte zwischen den Menschen zu beschränken und gleichzeitig Begegnungsräume zu schaffen, wo sich junge Menschen aus zahlreichen Haushalten auf engem Raum über Stunden aufhalten. Der Gesundheitsschutz muss in der aktuellen Situation auch für die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler höchste Priorität haben.“

„Neben dem langen Aufenthalt in den Schulräumen ist der Weg zur und von der Schule ein weiterer Risikofaktor“, ergänzte Birgit Koch, Vorsitzende der GEW Hes-sen. „Die meisten kommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule. Da es in der Regel die Stoßzeiten am frühen Morgen und am Nachmittag sind, ist dieser besonders ausgelastet. Auch deshalb ist der geforderte Abstand zwischen den Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu gewährleisten. Perspektivisch ist für uns nur ein Wechselmodell aus Präsenzunterricht in verkleinerten Gruppen und Distanzlernen denkbar. Von diesem müssen dann aber alle profitieren, nicht nur die Abschlussklassen. Gerade für die Schülerinnen und die Schüler im sogenannten Übergangssystem ist der Präsenzunterricht von besonders hohem Nutzen.“

Darüber hinaus spricht Birgit Koch ein weiteres Thema an: „An den allgemeinbildenden Schulen sind betriebliche Betriebspraktika verbindlich als Teil der Berufsorientierung
vorgesehen. Bis Ende Januar sind die Praktika vorerst ausgesetzt, aber auch für die kommenden Monate gilt, dass diese faktisch nicht durchführbar sind, weil die Unternehmen kaum Praktikumsplätze anbieten. Statt darauf unbürokratisch zu reagieren, werden von den Schülerinnen und Schülern zunächst drei schriftliche Absagen verlangt, bevor sie an einem schulischen Alternativangebot teilnehmen dürfen. Hier müssen schnell pragmatische Lösungen gefunden werden.“

Tobias Huth, Abteilungsleiter Bildung und berufliche Bildung beim DGB Hessen-Thüringen, erinnerte an die besonderen Herausforderungen, um den Übergang in Ausbildung unter Pandemiebedingungen erfolgreich zu gestalten: „Genauso beschäftigen uns die Perspektiven für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schulen. Durch die Coronapandemie sind die Ausbildungsplatzzahlen bereits im abgeschlossenen Ausbildungsjahr 2019/2020 stark zurückgegangen. Daher haben viele zunächst ein schulisches Angebot zur Berufsvorbereitung wahrgenommen. Diese Gruppe und der aktuelle Abschlussjahrgang strömen jetzt gleichzeitig auf einen womöglich noch weiter schrumpfenden Ausbildungsplatzmarkt. Unsere schon lange erhobene Forderung nach einer Ausbildungsplatzumlage gewinnt dadurch weiter an Dringlichkeit. Darüber hinaus werden weitere Anstrengungen erforderlich sein, um beispielsweise pandemiebedingt ausgefallene Berufsbildungsmessen zu kompensieren und den jungen Menschen einen erfolgreichen Übergang in Ausbildung zu ermöglichen.“

]]>
Aktuell
news-262 Mon, 18 Jan 2021 09:24:41 +0100 Internationale Solidaritätsarbeit https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/262-internationale-solidaritaetsarbeit/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=5701bd9ead098592b4c92169473cb379 Online-Seminarreihe Beginn: 5. März, 16 bis 17.30 Uhr Mit türkischen und polnischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern Insbesondere in Ländern mit nationalistischen und autoritären Regierungen nimmt die Hetze gegen Minderheiten, die Spaltung der Gesellschaften und die Einschränkung von Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechten zu. Zusammen mit der Bildungsinternationale beteiligt sich die GEW regelmäßig an Solidaritätskampagnen zur Unterstützung verfolgter Gewerkschafter*innen weltweit.

Besonders wichtig ist für die GEW die Zusammenarbeit mit der Bildungsgewerkschaft Eğitim-Sen in der Türkei. Seit Jahren haben deren Mitglieder mit staatlicher Repression, Verfolgung und Inhaftierung zu kämpfen.

In Polen geraten die Gewerkschaften unter Druck, die sich für die Rechte von Frauen und LSBTIQ* einsetzen.

Vertreterinnen und Vertreter der Bildungsinternationale, von Eğitim-Sen und der polnischen Bildungsgewerkschaft ZNP geben Einblicke in die aktuelle Situation und ihre Arbeit.

VA des GEW-Hauptvorstands

Zur Veranstaltung und Anmeldung

Zur Seminarreihe

]]>
Aktuell
news-261 Mon, 14 Dec 2020 14:47:14 +0100 Zum Fortgang des Unterrichts nach den Ferien https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/261-zum-fortgang-des-unterrichts-nach-den-ferien/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=74ed9ecefa5c7d2570cebd4aeb9c66b4 GEW Hessen fordert Klarheit für alle an Schule Beteiligten Pressemitteilung 14. Dezember 2020 Die GEW Hessen appelliert an Kultusminister Lorz und die gesamte Landesregierung, noch rechtzeitig vor dem Beginn der Weihnachtsferien einen konkreten Plan vorzulegen, wie der Schulbetrieb nach dem gestern beschlossenen harten Lockdown bis zum 10. Januar 2021 wiederaufgenommen werden soll.

Dazu äußerte sich die Vorsitzende der GEW Hessen, Birgit Koch: „Wie geht es nach den Weihnachtsferien, nach dem 10. Januar, weiter? Das ist die entscheidende Frage, vor der Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Pädagoginnen und Pädagogen nun stehen.“

Während es zu dieser für die Schulorganisation entscheidenden Frage seitens des Kultusministeriums bislang keinerlei Aussagen gibt, hat beispielsweise das benachbarte Rheinland-Pfalz bereits gestern angekündigt, dass in den ersten beiden Schulwochen vom 4. bis zum 15. Januar in allen Schularten ausschließlich Fernunterricht stattfindet. Die Schulen bieten jedoch eine Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf oder einer unzureichenden häusliche Lernsituation an.

Birgit Koch erinnerte noch einmal an die Verantwortung der Landesregierung, die wissenschaftlich basierten Empfehlungen des Robert Koch-Instituts in Zukunft zu berücksichtigen: „Seit zwei Monaten liegen diese eindeutigen und begründeten Empfehlungen vor. Ab einer Inzidenz von 50 muss auch an Schulen das zur Pandemiebekämpfung so wichtige Abstandsgebot eingehalten werden. Dies ist in der Regel nur im Rahmen eines Wechselmodells realisierbar. Allen Appellen der Bundeskanzlerin zum Trotz, aller wissenschaftlichen Expertise zum Trotz, 12.000 Unterschriften unter unserer Petition zum Trotz – der Kultusminister glaubte, es besser zu wissen.“

Noch am vergangenen Dienstag hatte Ministerpräsident Bouffier in einer Regierungserklärung der GEW Hessen vorgeworfen, unbegründet Angst zu schüren. Am vergangenen Donnerstag behauptete der Kultusminister im Landtag, bislang gebe das Infektionsgeschehen keinen Anlass für einen landesweiten Übergang in das Wechselmodell. „Jetzt stehen wir vor dem harten Lockdown, und die Landesregierung zeigt sich nach wie vor ignorant“, so Birgit Koch.

Auch was die am Sonntag von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beschlossenen Maßnahmen anbelangt, um das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen so schnell wie möglich zu stoppen, handelt Hessen nach Einschätzung der GEW Hessen zu zögerlich. Anstelle die Schulen grundsätzlich zu schließen und eine Notbetreuung einzurichten, um die Kontakte vor den Weihnachtstagen so weit wie möglich zu reduzieren, wird in Hessen lediglich die Schulpflicht ausgesetzt. „Einmal mehr drückt sich unsere Landesregierung vor einer klaren Entscheidung“, hielt Birgit Koch bedauernd fest.

]]>
Aktuell
news-260 Wed, 11 Nov 2020 09:23:40 +0100 GEW Marburg-Biedenkopf fordert Unterricht im Wechselmodell https://www.gew-mittelhessen.de/home/details/260-gew-marburg-biedenkopf-fordert-unterricht-im-wechselmodell/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=73da725950c73f4d0fbd89d5303239be Der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert, dass im gesamten Landkreis im Wechsel von Präsenz und Distanz unterrichtet wird (sogenanntes Wechselmodell). Dieser Schritt ist überfällig! Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hält sich seit Tagen auf einem Inzidenzwert von über 200 und ist damit in Hessen einer der Landkreise mit den meisten Corona-Neuinfektionen. Trotzdem folgt man nicht den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, das bereits ab einer Inzidenz von 50 nicht nur das Tragen von Masken im Unterricht empfiehlt, sondern auch die Verkleinerung der Lerngruppen durch Teilen oder Wechselunterricht. Hessische Landkreise mit einer geringeren Inzidenz als Marburg-Biedenkopf, z. B. Groß-Gerau, Main-Kinzig und Bergstraße, unterrichten hingegen ab sofort nach dem Wechselmodell. Die hohen und steigenden Infektionszahlen und immer mehr Coronafälle in den Schulen haben eine Situation geschaffen, die von vielen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern als sehr belastend empfunden wird. Der GEW-Kreisverband Marburg-Biedenkopf fordert die politisch Verantwortlichen beim Landkreis und in der Stadt Marburg auf, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden und einen Unterricht aus Präsenz und Distanz zu verfügen. Marburg, 10.11.2020 Das Leitungsteamdes GEW Kreisverbandes Marburg Biedenkopf

]]>
Aktuell